3. Augsburger Fahrradtour

Cemal Bozoglu und Christine Kamm besuchten Augsburger Asylunterkünfte.

Asyltour

1. Station Calmbergstrasse

Um die 800 Flüchtlinge leben zur Zeit in den sogenanten Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber in Augsburg. Einige davon sind besser geeignet, andere taugen gar nicht zum Wohnen. Cemal Bozoglu und Christine Kamm kritisieren die Größe der Unterkunft in der Calmbergstrasse ebenso wie das Fehlen abgeschlossener Bereiche. Am Beispiel der Unterkunft in der Calmbergstrasse kann man sehen, wie schlecht es ist, wenn Menschen unterschiedlichster Herkunft Küche und Sanitärbereich auf lange Zeit mit einer Vielzahl von Menschen teilen müssen, die sie gar nicht alle kennenlernen können. Der Eindruck von den Gemeinschaftsräumen und der Küche (Bild) in der Kaserne ist trostlos, und auch in den 4-6-Bettzimmern hält sich niemand gerne auf.

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 2. Station Ottestraße: GRÜNE für dezentrale, kleinere Einheiten

Christine Kamm und Cemal Bozoglu kritisieren die bisherigen Pläne für die Asylbewerberunterkunft in der Ottostraße durch die Regierung von Schwaben und die Stadt Augsburg. Obwohl nun im Landtag endlich eine Änderung in der Flüchtlingspolitik beschlossen wurde, werden trotzdem in Augsburg nach altem CSU-Denken Fakten geschaffen für eine große Unterkunft mit etwa 170 Plätzen, 4-Bettzimmern, Gemeinschaftsküchen und Gemeinschaftssanitärräumen, ohne abgeschlossene und abschließbare Bereiche. Die Größe der Unterkunft und die kasernenähnliche Planung steht offenbar mindestens seit Januar fest, denn damals wurde der Bauantrag durch die Stadt genehmigt. Es war also schon lange bekannt, wie die Gemeinschaftsunterkunft aussehen soll. Die GRÜNEN kritisieren, dass weder die Anwohner/-innen vorher informiert wurden, noch die Planung im Stadttrat zur Beschlussfassung vorgelegt wurde. Ärgerlich ist, dass es einstimmige Resolutionen des Augsburger Stadtrats gegen Sammelunterkünfte gibt und der CSU-Oberbürgermeister die dezentrale Unterbringung dennoch nicht einfordert und die Planungen der Regierung von Schwaben hinter dem Rücken des Rates absegnete.

Die Grünen fordern, die Planungen so zu verändern, dass es eigenständige kleine und vor allem abschließbare Einheiten gibt. Es sollten sich maximal acht bis zehn Menschen eine Wohnung mit Küche und Bad teilen. Ansonsten drohen Konflikte und eine Atmosphäre, die die Menschen auf Dauer krank machen.

3. Station: Grandhotel

Hier kümmern sich viele Ehrenamtliche um eine bessere Situation und Betreuung der Flüchtlinge. Auch die bauliche Situation ist dank ehrenamtlicher Arbeit eine bessere. Kontakt- und Betätigungsmöglichkeiten in einem Begegnungskaffee sind vorhanden. Doch auch hier sind die Probleme durch die bayerische Flüchtlingspolitik deutlich: Essenspakete und Residenzpflicht auch hier. Und die große Sorge vor Abschiebung, in diesem Fall nach Polen, weil die tschetschenischen Familien offenbar über Polen eingereist sind. Dass in Polen die Situation für Flüchtlinge noch schlechter ist als hier, und dort viel größere Arbeitslosigkeit herrscht, stört offenbar niemand. Andere müssen sich davor sorgen, nach Afghanistan abgeschoben zu werden.

Wir wollen das Projekt Grandhotel weiter unterstützen. Momentan braucht es eine Geldspritze, deshalb laden wir zum Benefizschafkopf am 30. August ein.

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