Der Feuerwehrmann

cemal))Cemal Bozoglus satirische Rede bei der Aufstellung der Stadtratsliste der Augsburger Grünen am 15. Juni wurde von der Versammlung begeistert aufgenommen Hier der Text im Wortlaut:

In Augsburg findet jedes Jahr die Veranstaltungsreihe „Kültür-Tage“ statt. Dort gibt es jedes Jahr eine Märchenstunde für die Augsburger Kinder. Bei den nächsten „Kültür-Tagen“ möchte ich auch ein Märchen vorlesen. Eine kleine Kostprobe dieser Märchenstunde will ich euch heute geben. Je nachdem wie eure Reaktion ist, entscheide ich mich, ob ich sie den Kindern vorlese oder etwas Neues schreibe.

Das Märchen heißt „der Feuerwehrmann“.

Es war einmal, es war keinmal. Weil die Bewohner der Stadt Vindelicorum genug von dem aus Füssen kommenden Stadtfürst hatten, wollten sie ihn bei einem Volksaufstand durch einen gebürtigen Vindelicier austauschen. Nach langer Suche fanden sie einen aus Kriegshaber stammenden Feuerwehrmann.

Nachdem der neue Fürst das Rathaus gestürmt hatte, fing er an seine Regierung zu bilden. Für seine Finanzen hatte er Hermann Kleber beauftragt, für Wälder und Flüsse Reiner Spaal, für die Sanierung der Stadtmauern und der Straßen Gerd Berkle, für die Armen und Alten Max Beinkamm, für die städtische Ordnung und Aufräumdienste den Ritter Walter Röhm, für die Geselligkeit und die Freude Peter Bab.

und für die Bildung und den Anstand wollte er zwei Frauen, Kleberle und Tabert-Reitler. Aber das wurde nicht akzeptiert. Daraufhin musste er Hermann Möhler beauftragen. Da sich in der Stadt Vindelicorum niemand mit dem Außenhandel auskannte, holte man einen Hoffnungsträger Submann aus dem Ausland Bamberg.

Es dauerte nicht lange, da hatte der neue Fürst seine eigentliche Aufgabe vergessen und zog es immer mehr vor seine Lieblingsbeschäftigung den Feuerwehrmann zu spielen. Nachdem seine Regierungsmitglieder mitbekommen haben, dass dem Stadtfürst Mribl Feuerlöschen Spaß machte, begannen sie bewusst Feuer zulegen. Der für die Bäume und Flüsse zuständige Stadtdirektor begann, statt die Bäume zu schützen, die Bäume anzuzünden. Weil es ihm so großen Spaß machte, versuchte er 70 Bäume am Stempflesee anzuzünden. Aber die Bürgerinnen und Bürger erwischten ihn dabei, bevor er das Feuer entfachen konnte.

Am schlimmsten war der für die Geselligkeit und Freude zuständige Stadtdirektor Peter Bab. Zuerst zündete er das Eisstadion an und bevor der Feuerwehrmann das Feuer löschen konnte, hatte er im Stadttheater ein weiteres Feuer entfacht. Und so ging es im Geselligkeitsbereich weiter.

Zwei Stadtdirektoren, die für die Ordnung und den Außenhandel zuständig waren, baten den Stadtfürsten sie aus ihrer Dienstpflicht wegen einer Rauchvergiftung zu entbinden. Nur der für die Armen und Alten zuständige Max Beinkamm versuchte sich ruhig zu verhalten, damit ja kein Feuer entstehen konnte.

Der für die Finanzen zuständige Herrmann Kleber stand immer unter Feuer. Bei so vielen Bränden in der Stadt kam er mit der Beseitigung der Schäden nicht nach.

Der Stadtfürst, der sich als Feuerwehrmann wohlfühlte, musste nachdem die Burgen und Schlösser ruiniert waren nach München reisen, um beim großen Kaiser, der im Volksmunde als „Wendehals“ bekannt war, Geld zu betteln.

Da der große Kaiser nicht so viele Fürsten in seinem Dienst hatte, kam er dem Wunsch des Vindelicier Fürsten nach.

Als endlich der Stadtfürst Mribl dabei war zu glauben, dass er alle Feuer gelöscht hatte, merkte er, dass zwei seiner Diener, Gränzle und Kintersberger, in seinen Wasserkübel, mit dem die Brände gelöscht wurden, Löcher gebohrt hatten. Während das ganze Wasser auslief, begannen die Bürgerinnen und Bürger von Vindelicorum darüber nachzudenken, ob sie nicht auch den Vindelicier Fürsten samt seiner Stadtdirektoren auslaufen lassen sollten.

Drei Äpfel fielen vom Himmel, einer für dich, einer für mich und ein großer grüner Apfel auf den Kopf von Stadtfürst Mribl.

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